KREDIT und KAPITAL - Heft 1/2004


Inhalt


Abhandlungen

Michaelis, Jochen
Prosper-thy-neighbour and Beggar-thyself?

Wagatha, Matthias
Makroökonomische Schocks in der Kreditwirtschaft - eine Analyse mit VAR-Modellen

Arnold, Ivo J. M. und Kool, Clemens J.M.
The Role of Inflation Differentials in Regional Adjustment: Evidence from the United States

Brachtendorf, German und Witt, Peter
Gründungsfinanzierung und optimale Kassenhaltung


Berichte

Das, Dilip K.
Emerging Market Economies: Liberalization and Performance Nexus



Buchbesprechungen

Janssen, Ole Johann
Currency Board-Systeme. Theoretische Aspekte und Erfahrungen
(Wilfried Fuhrmann)

Hölscher, Jens (ed.)
50 Years of the German Mark - Essays in Honour of Stephen F. Frowen
(Jürgen Born und Wim Kösters)


Zusammenfassungen

Michaelis, Jochen
"Geldpolitik: Prosper-thy-neighbour und Beggar-thyself?

Im Rahmen eines Zwei-Länder-Modells á la Obstfeld/ Rogoff werden die Wohlfahrtseffekte der Geldpolitik untersucht, wobei unvollständig kompetitive Güter- und Arbeitsmärkte sowie Monopolmacht im internationalen Güterhandel unterstellt werden. Die Hauptresultate sind: (1) Eine expansive Geldpolitik generiert stets einen positiven Wohlfahrtseffekt; (2) die Wohlfahrtssteigerung fokussiert sich umso eher auf das expansiv agierende Land, je ausgeprägter die Präferenzen für inländische Produkte, je besser die Substituierbarkeit zwischen in- und ausländischen Gütern und je imperfekter die Güter- und Arbeitsmärkte; (3) für plausible Parameterkonstellationen fällt die Verschlechterung der inländischen terms of trade so stark aus, dass eine inländische Geldmengenerhöhung das Inland schädigt, das Ausland aber besser stellt.

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Wagatha, Matthias
"Makroökonomische Schocks in der Kreditwirtschaft - eine Analyse mit VAR-Modellen"

In dieser Untersuchung wird empirisch überprüft, ob makroökonomische Schocks auf Insolvenzquoten einen statistischen Einfluss ausüben. Die quantitativen Auswirkungen der makroökonomischen Impulse werden mithilfe von Impuls-Antwort-Funktionen und Vorhersagefehler-Varianzen beschrieben, wobei die Impuls-Antwort-Funktionen und Vorhersagefehler-Varianzen auf einem VAR-Modell basieren. Bei der Schätzung der VAR-Modelle wird berücksichtigt, dass die zugrunde liegenden Zeitreihen zum größten Teil eine Einheitswurzel aufweisen und die Variablen kointegriert sind. Die Konfidenzintervalle der geschätzten Impuls-Antwort-Folgen werden mithilfe eines Bootstrap-Verfahrens ermittelt. (JEL C 15, C 32, C 51, G 33)

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Arnold, Ivo J. M. und Kool, Clemens J.M.
"Die Rolle unterschiedlicher Inflationsraten bei der regionalen Anpassung: Beweise aus den Vereinigten Staaten"

In einer Währungsunion führen unterschiedliche regionale Inflationsraten bei der Transmission regionaler Schocks zu einem Wettbewerb zwischen dem realen Zinssatz und Vermögenskanälen einerseits und dem realen Wechselkurskanal andererseits. Dies kann Implikationen für die Länge und Vehemenz regionaler Konjunkturzyklen haben. In diesem Beitrag wird unter Verwendung regionaler Daten für die Vereinigten Staaten versucht zu quantifizieren, wie diese Kräfte gegeneinander arbeiten. Unsere Schätzungen zeigen, dass im Gefolge eines Anstiegs der regionalen Inflationsrate die durch den realen Zinssatz und durch Vermögenskanäle ausgelöste prozyklische Wirkung kurzfristig am stärksten ist. Nach einem Zeitraum von ca. drei bis vier Jahren zeigt die kumulative Verschlechterung der Wettbewerbsposition Wirkung. Regionale Zyklen auf dem Wohnungsmarkt haben eine klar prozyklische Wirkung und unterliegen ihrerseits den Auswirkungen regionaler realer Zinssätze und des realen Wirtschaftswachstums.

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Brachtendorf, German und Witt, Peter
"Gründungsfinanzierung und optimale Kassenhaltung"

In diesem Aufsatz wird ein lagerhaltungstheoretischer Ansatz der Gründungsfinanzierung entwickelt. Die Parameter des Standardmodells der Lagertheorie lassen sich im Hinblick auf ein Gründungsfinanzierungsproblem uminterpretieren. Die Einstandspreise des externen Kapitals sind dabei annahmegemäß im Zeitablauf veränderlich. Der Cash burn des Gründungsunternehmens wird dynamisch modelliert. Anhand von numerischen Beispielen wird gezeigt, dass die Staffelung der Finanzierung in mehreren Finanzierungsrunden deutlich vorteilhafter als die Finanzierung in Gänze ist. Wir leiten aus dem Modell auch die optimale Anzahl der Finanzierungsrunden und das absolute Ausmaß der Vorteilhaftigkeit der Staffelung ab. (JEL G 31, M 13, M 21)

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Berichte

Das, Dilip K.
"Die Volkswirtschaften der Schwellenländer: Beziehungen zwischen Liberalisierung und Leistung"

Die Kernaussage dieses Beitrags besteht darin, dass der Fortentwicklung und Liberalisierung der Finanzsysteme von Schwellenländern signifikante Wachstumsimpulse beizumessen sind. Deregulierung schafft ein Umfeld, das dem Wirtschaftswachstum sehr förderlich ist. Obwohl es keinen Konsens bezüglich der Auswirkungen einer Liberalisierung des Kapitalverkehrs auf das Wirtschaftswachstum gibt, ist die Hypothese der allokativen Effizienz dennoch gültig und wird von vielen Analytikern gestützt. Es wurde davon ausgegangen, dass eine Liberalisierung des Kapitalverkehrs zu Volatilität führt. Vielfach herangezogen wurde dieses Argument zur Rechtfertigung einer Politik der Eindämmung internationaler Kapitalströme. Jedoch kann es nur in Grenzen als stichhaltig beurteilt werden. Wenn die Kapitalbilanz nach Plan und schrittweise liberalisiert wird und wenn kurzfristige Kapitalströme zuletzt liberalisiert und innerhalb gewisser Grenzen gehalten werden, nimmt das Volatilitätsrisiko für die Volkswirtschaft in starkem Maße ab. Dagegen wird die Volatilität der Wertpapiermärkte durch die Liberalisierung des Finanzsystems nicht wesentlich stärker. Wenn überhaupt eine Wirkung zu verspüren war, dann die gegenteilige. Nach der Liberalisierung sind die konjunkturellen Auf- und Abwärtsbewegungen auf den Wertpapiermärkten eher sanfter ausgefallen. Es gibt von Zeit zu Zeit Unterschiede in den Auswirkungen einer Liberalisierung des Finanzsystems auf die Wertpapiermärkte. Eine Integration der inländischen Wertpapiermärkte der Schwellenländer in die globalen Finanzmärkte trägt zu geringerer Volatilität bei.

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